Trauerfälle in 2018

Trauerfälle unserer Kirchengemeinde


Im Jahr 2018 wurden 20 unserer Gemeindemitglieder zu Gott heimgerufen.


05. Januar 2018 Franz Josef Walter Ziegler, Bad Emstal - Sand
08. März 2018 Paul Josef Pohl, Naumburg
11. März 2018 Wolfgang Eduard Theodor Sprenger, Naumburg
29. März 2018 Helmut Anton Günst, Naumburg
30. März 2018 Emilie Maria Irmgard Ohle, Naumburg
05. April 2018 Gerhard Karl Jakobi, Naumburg
03. Mai 2018 Johanna Michelfeit, Borken
24. Mai 2018 Jutta Helga Jacobi, Naumburg
31. Mai 2018 Bernhard Arthur Müller, Naumburg
08. Juni 2018 Herbert Melcher, Naumburg - Heimarshausen
06. Juli 2018 Johannes Josef Paul Barbrock, Naumburg
10. Juli 2018 Wilhelm Henkel, Naumburg
12. Juli 2018 Margit Sailer, Bad Emstal - Merxhausen
22. Juli 2018 Karl-Heinz Bock, Naumburg
04. August 2018 Dietmar Jürgen Magura, Naumburg - Elbenberg
05. September 2018 Elisabeth Baumann, Bad Emstal - Sand
16. September 2018 Waltraud Anna Woltert, Naumburg
23. September 2018 Johanna Helene Maria Hedwig Jacobi, Naumburg
28. September 2018 Helene Nickel, Naumburg
08. Oktober 2018 Horst Rummelsberger, Naumburg - Elbenberg

Herr, gib Ihnen die ewige Ruhe.


Der Naumburger Friedhof

Das Friedhofsportal am Naumburger Friedhof
Das Friedhofsportal am Naumburger Friedhof

Bis zur Mitte des 16. Jahrhunderts fanden in unserer Stadt die Beerdigungen auf dem Kirchplatz, der somit zugleich auch Begräbnisplatz war, statt. Daran erinnern, die auf dem Platz aufgestellten Grabsteine und die vom Marktplatz ausgesehene Gedenktafel „Ihr seid nicht vergessen“, die an der Kirchmauer angebracht ist.
Wie aber kam es zur Verlegung der Begräbnisstätte vor die Tore Naumburg`s?
Die Neuanlage des Naumburger Friedhofs fiel in die Epoche der Reformation als die Waldecker Grafen Amtsinhaber des Amtes Naumburg waren.
Die Gründe für die Verlegung des Friedhofs sind unbekannt, wir können nur vermuten, dass die Überfüllung des alten Friedhofs ausschlaggebend war oder es aus hygienischen Gründen wegen der immer wiederkehrenden Seuchengefahr geschah. Vielleicht lag es auch im Zuge der Zeit oder man sah darin eine Bestätigung der vollzogenen Reformation. Für diese letztere Erklärung spricht die Tatsache, dass man nach der Gegenreformation wieder den alten Friedhof benutzte.
Noch 100 Jahre später ist bei den Beerdigungen angegeben: in coemiterio ante oder extra portas oder: apud (prope) ecclesiam.

Gedenktafel an der Naumburger Kirchmauer
Gedenktafel an der Naumburger Kirchmauer

Mit dem steinernen Friedhofsportal (siehe oben) schuf sich Pfarrer Briäus, evangelischre Pfarrer während der Reformationszeit ein bleibendes Denkmal in unserer Stadt. Die Ausführung übernahm der bekannte Kasseler Bildhauer Andreas Herber. Das mit Wappen und Inschriften geschmückte Portal zeigt im Dreieckgiebel ein Relief mit der Auferstehung Christi. Darunter sind die Wappen von Mainz, Waldeck und Hessen angebracht. Unter den Wappen befindet sich eine Tafel mit der lateinischen Bauinschrift, die in Übersetzung lautet:“Im Jahre 1577 nach der Menschwerdung des Erlösers wurde dieser Friedhof errichtet, als Herr Daniel, Graf und Herr von Waldeck mit seiner Gemahlin Barbara, einer geborenen Prinzessin von Hessen, regierte. Diesen Amtsbezirk verwaltete Johann Georg Schild aus Kassel, das Pfarramt verwaltete Georg Briäus aus Korbach und das Bürgermeisteramt Bertold Boene.“ Eine zweite Inschrift lautet:“Ich bin die Auferstehung und das Leben, wer an mich glaubt, der wird leben, wenn er gleich stürbe; und wer da lebt und glaubt an mich, der wird nimmermehr sterben“ (Joh.11,Vers 25-26). Links vom Rundbogen ist das Wappen der Herrn Hertingshausen, rechts das Wappen der Stadt Naumburg.
Der oben erwähnte Graf Daniel, Bruder des regierenden Grafen von Waldeck, hatte das Schloss Naumburg als Wohnsitz erhalten. Er starb bereits im folgenden Jahr und wurde in der Netzer Kirche beigesetzt.

Inschrift am Friedhofsportal
Inschrift am Friedhofsportal
Alte Grabsteine auf dem Kirchplatz
Alte Grabsteine auf dem Kirchplatz

Zum Andenken an den alten Friedhof verfasste Herr Heinrich Ernst Kramer im Jahr 1938 ein Lied in Versform.

Zu Naumburg am Kirchplatz die Linden Und aus ihren Gräbern entsprossen
Gewachsen so wuchtig und breit. Und wuchsen die Linden empor.
Sie rauschen und raunen und künden Im Erdreich die Wurzeln umschlossen
Von Tod und versunkener Zeit. Der Toten gemeinsamen Chor.


Dort wo sie jetzt wurzeln und blühen Und Jahre um Jahre entfliehen,
War fünfhundert Jahre das Grab, Mit Dank und gläubigem Sinn
In das nach viel Sorgen und Mühen Im Schatten der Linden nun ziehen
Die Naumburger sanken hinab. Die Enkel zur Pfarrkirche hin.


Und wie sie gekämpft und gestritten Sie kehren mit frommen Gefühlen
Im Dasein ums tägliche Brot, Getreulich ins Gotteshaus ein
Und was sie erlebt und erlitten Und unter den Linden rings spielen
In Krieg und in bitterer Not, Die Kleinen in lustigen Reihn.


Das nahmen sie mit in die Erde, Drum sind jedem Naumburger Kinde
Die deckt sie nun mütterlich zu. Die Linden so lieb und vertraut.
Der Tod ihre Taten verklärte, Sie rauschen und raunen im Winde,
Er gab ihnen Friede und Ruh. Was alles sie einstmals geschaut!

Textquelle:
Dr. Volker Knöppel, Jahrbuch Geschichtsverein 10. Band 1992;
Karl-Franz Thiede, Die heilige Linde 2013
Bildquelle:
Karl-Franz Thiede

 
 

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Ich möchte mich bei all denen, die durch das Erstellen von Textbeiträgen, Filmen und Bildern unseren Internetauftritt ermöglichen, recht herzlich bedanken.


W. Johannes Kowal
Stadtpfarrer, Geistlicher Rat

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