Jahr des Glaubens — Josefsjahr 2021

Papst Franziskus hat für 2021 ein „Jahr des heiligen Josef“ ausgerufen und ein apstolisches Schreiben "Patris corde" über diesen seinen Lieblingsheiligen veröffentlicht.


Vor 150 Jahren wurde Josef zum Schutzpatron der gesamten katholischen Kirche. Dazu erklärte ihn der selige Papst Pius IX. im Jahr 1870, am 8. Dezember – also an einem Marienfeiertag. Und das zeigt eines ganz beispielhaft: Josef ist hin-geordnet. Er ist eine Existenz „für“. Für Maria. Für Jesus, seinen Ziehsohn. Für die Familie. Für die Kirche. Deshalb ist er der rechte Heilige unserer Zeit.


Oft wird Josef schlafend dargestellt. Warum? Weil es auf die Träume verweist, die Josef hatte. Die Hochzeit mit Maria, die Flucht nach Ägypten, die Rückkehr nach Israel: Alle drei Lebenswenden sah Josef im Traum, als Einladung Gottes. Und er befolgte die Weisungen treu.


Der heilige Josef hat viele Päpste inspiriert – allen voran Franziskus, der mit seinem Schreiben „Patris corde" das Josefsjahr ausrief. Im Arbeitszimmer des Papstes in der Casa Santa Marta im Vatikan stehen gleich mehrere Statuen des heiligen Josef. Eine davon zeigt den Bräutigam Marias hingestreckt im Schlaf.


“Ich liebe den heiligen Josef sehr, denn er ist ein starker und ein schweigsamer Mann. Auf meinem Schreibtisch habe ich ein Bild des heiligen Josefs, der schläft. Und schlafend leitet er die Kirche! Ja! Er kann es, wir wissen das. Und wenn ich ein Problem habe, eine Schwierigkeit, dann schreibe ich es auf ein kleines Blatt und schiebe es unter den heiligen Josef, damit er davon träumt! Das bedeutet: damit er für dieses Problem betet!”


„Patris corde“

Geliebter Vater, zärtlicher Vater, sowohl gehorsam als auch gastfreundlich; ein Vater des kreativen Muts, ein Arbeiter, einer, der immer im Schatten steht: Mit diesen Worten beschreibt Papst Franziskus den heiligen Josef in „Patris corde“ eingangs. In ihm habe Jesus die Sanftmut Gottes gesehen, „die uns unsere eigene Schwäche innerlich annehmen lässt“, und durch welche sich die meisten der göttlichen Pläne verwirklichen.

Heiliger Josef
Heiliger Josef

Und das Vatersein, das In-der-Familie-Sein, das Josef verkörpert? Dazu bekräftigt der Papst: „Als Vater wird man nicht geboren, Vater wird man“ – und zwar „nicht einfach dadurch, dass man ein Kind in die Welt setzt, sondern dadurch, dass man sich verantwortungsvoll um es kümmert“. In der Tat „war Josef in der Lage, in außerordentlicher Freiheit zu lieben. Er hat sich nie selbst in den Mittelpunkt gestellt. Er verstand es, zur Seite zu treten und Maria und Jesus zur Mitte seines Lebens zu machen“, so Franziskus. Josefs Glück „gründet sich nicht auf die Logik der Selbstaufopferung, sondern der Selbsthingabe“. Seine Gestalt ist also vorbildlich wie nie, „in einer Welt die Väter braucht, Despoten aber ablehnt“ - jene also, „die Autorität mit Autoritarismus verwechseln, Dienst mit Unterwürfigkeit, Auseinandersetzung mit Unterdrückung, Nächstenliebe mit übertriebener Fürsorge, Stärke mit Zerstörung.“


Josef im Hochgebet

Papst Franziskus trägt den Heiligen Josef, wie wir sahen, schon lange im Herzen. Deshalb verfügte er etwas, das schon sein Vorgänger Benedikt XVI. wollte: dass nämlich in der Heiligen Messe das Eucharistischen Hochgebet in allen Fassungen den Heiligen Josef mit nennt. Bis 2013 war das nur im ersten Hochgebet der Fall.


Bei ihrer Wertschätzung für den heiligen Josef treffen sich übrigens viele Päpste, aber zwei ganz besonders: eben Franziskus und Benedikt. Beide, der amtierende und der Emeritus, waren dabei, als Franziskus den Vatikanstaat dem Heiligen Michael und dem heiligen Josef weihte. Das war im Juli 2013, nur kurze Zeit nach der Einfügung des heiligen Josef in alle Hochgebete. Als glückliche Fügung verstand es Franziskus auch, dass er als Papst seinen Dienst am 19. März 2013 antrat – dem Namenstag von Papst Benedikt – Josef Ratzinger.

Papst Franziskus beendet das apostolische Schreiben „patris corde“ mit dem Gebet:

So wollen wir nun vom heiligen Josef die Gnade aller Gnaden erflehen – unsere Bekehrung.


Zu ihm lasst uns beten:


Sei gegrüßt, du Beschützer des Erlösers

und Bräutigam der Jungfrau Maria.

Dir hat Gott seinen Sohn anvertraut,

auf dich setzte Maria ihr Vertrauen,

bei dir ist Christus zum Mann herangewachsen.

O heiliger Josef, erweise dich auch uns als Vater,

und führe uns auf unserem Lebensweg.

Erwirke uns Gnade, Barmherzigkeit und Mut,

und beschütze uns vor allem Bösen. Amen.


Textquelle Gudrun Sailer – Vatikanstadt

 
15. März 2021
 

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