mehr zur Geschichte der Stadtpfarrkirche
Auszug aus einem Beitrag von Dr. Volker Knöppel, aus dem Jahrbuch des Naumburger Geschichtsvereins , Band 10, 1992
Zur Einführung
Am 9. Juli 1684 wurde fast die gesamte Stadt Naumburg ein Raub der Flammen. Zur Zeit des „Großen Stadtbrandes“ war die Stadt Sitz der Verwaltung des gleichnamigen mainzischen Amtes, wozu auch die Dörfer Altendorf und Altenstädt mit ihren Gemarkungen zählten. Die städtische Bevölkerung war seit Durchführung der Gegenreformation in den Jahren 1611/15 und nach Absetzung des letzten evangelischen Pfarrers Nikolaus Coriarius –mit Ausnahme einer kurzen Besetzung durch hessische Truppen in 1632-36 (1) – bis zur Auflösung des Erzbistums fast ausnahmelos katholisch.
Kirchliches Leben vor dem großen Stadtbrand
Im 16. und 17. Jahrhundert gab es verschiedene kirchliche Einrichtungen, die das kleinstädtische religiöse Leben wiederspiegelten. Einzelne von ihnen sind im genannten Zeitraum nicht durchgängig nachweisbar, da sie aufgegeben worden sind, andere kamen dafür hinzu.
Die Stadtpfarrkirche
Stadtbild prägend war für die auf einen zum Burghain hin ansteigenden Höhenrücken angelegte städtische Siedlung schon immer die katholische Kirche. Lage und äußere Form des Kirchenbaus setz(t)en mit dem die umliegenden Bürgerhäuser überragenden Langschiff und insbesondere mit dem gegen den Berghang stehenden Westturm einen besonderen städtebaulichen Akzent.
Dabei ist insbesondere bemerkenswert, dass sich in unmittelbarer Nähe zu Kirche und Marktplatz alle wichtigen Gebäude des öffentlichen Lebens befanden: das Rathaus gegenüber dem Marktplatz, Schule und Pfarrhaus in unmittelbarer Nachbarschaft und nicht zuletzt das herrschaftliche Vorwerk – heute mit der ehemaligen Renterei und mit der ehemaligen Rentmeisterwohnung bebaut – zwischen Kirchhof und Burgtor gelegen. Alle für das städtische Leben bedeutenden Einrichtungen waren somit auf engstem Raum zwischen Marktplatz und Burgtor platziert.



